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Das Forum Geschichtsaufarbeitung mit Verena Lang als Koordinatorin befasst sich mit Geschehnissen in der Vergangenheit unseres Landes, bzw. auch unserer religiösen Traditionen, die heute noch negative Auswirkungen haben auf unsere Einstellungen und Haltungen, aber auch in der geistlichen Welt.


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  • Gedenkfahrt 2016
    Die ausführlichen Informationen über diese Gedenkfahrt finden Sie hier:

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  • Einheit – Glaubensspaltung – Wiederherstellung
    Zusammenfassung des Vortrages von Verena Lang:

    Einheit – Glaubensspaltung – Wiederherstellung



    Beim offenen Runden Tisch – Weg der Versöhnung – in St. Gilgen im April 2009 beschäftigten wir uns in der ersten Einheit mit:

    1. der Geschichte des Anfangs in Jerusalem und der Ausbreitung des Christentums durch die Apostel und die so genannten Hellenisten. Wichtig ist dabei zu sehen, dass es sehr bald zu Spannungen unter den Judenchristen und dann zwischen Judenchristen und Christen aus den Nationen (auch Heidenchristen genannt) kam.

    2. Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes, der in verschiedener Weise und auf verschiedene Personengruppen sich herabließ, breitete sich das Christentum rasch aus. Für die Apostel war dies nicht immer leicht zu begreifen, aber der Heilige Geist half ihnen. (Vergleiche dazu auch 1. Seite der Ausarbeitung “Geistausgießung im 20.Jahrhundert”, die weiter unten als pdf zum Download angeboten wird). Was wollen uns diese Geistausgießungen sagen?

    3. Für die erste Generation von Christen (30 – 50 n. Chr.) war das Christentum noch eine Bewegung zur Erneuerung des Judentums.

    4. Interessant ist auch zu sehen, dass es eine Vielfalt von Gemeinden gab. Die Jerusalemer Gemeinde unter dem Herrenbruder Jakobus, die paulinischen und johanneischen Gemeinden in Kleinasien, die von Hellenisten gegründeten (z.B. Antiochien in Syrien), sodann Rom…

    5. Durch die jüdischen Aufstände (62-70 n. Chr. und 132-135 n. Chr.) kommt es zur Zerstörung des 2. Tempels. Die jüdische Identität, die mit dem Tempel verbunden war, wird stark erschüttert und es kommt zur Entstehung des rabbinischen Judentums und der „Bruderzwist“ entbrennt, der schon mit den Hellenisten begonnen hat. Beide, Juden wie Christen, durchlaufen einen Prozess der Identitätsfindung (70 – 90 n. Chr.) Durch die Beschlüsse der Versammlung von Jamnia um 80 / 90 n. Chr. erfolgt die Verketzerung und der Ausschluss der Nazoräer (wie die Judenchristen von Juden genannt wurden) aus der Synagoge. Gleichzeitig beginnt auf der Seite der Christen aus den Nationen (Heidenchristen) eine Ersatztheologie sich breit zu machen, die Israel ersetzt sehen will durch die Kirche aus den Nationen. Die Juden werden pauschal als Gottesmörder gebrandmarkt und dem auserwählten Volk wird abgesprochen, dass Gott noch etwas mit ihm zu tun haben möchte. Damit trennen sich die Wege.

    6. Durch das Erstarken des Christentums aus den Nationen und durch das Auftreten der gnostischen Strömungen, dem auch Teile der Judenchristen erliegen, wird das Judenchristentum immer mehr an den Rand gedrängt, bis es im 5. Jahrhundert mehr oder weniger ausstirbt.

    7. Dieser erste Bruch zwischen Judenchristen und Christen aus den Nationen wird zu einem Muster für die weiteren Spaltungen im Leibe Christi. Ein fatales Erbe: Wesentliches geht verloren und das Antlitz Gottes wird verdunkelt. Aus Brüdern werden Feinde.

    8. Immer wieder hat es Stimmen über die Jahrhunderte gegeben, die zur Einheit als vorrangige Aufgabe der Christenheit aufgerufen haben (Joh 17,21) – wie Ignatius von Antiochien im 2. Jhdt., Kardinal Bessarions im 15. Jhdt., der Jesuit Petrus Canisius auf katholischer Seite und Melanchthon auf protestantischer Seite im 16.Jhdt. u.a.m.

    9. Entstehung der Patriarchate – Konstantinische Wende – Imperiales Denken hält Einzug – Rivalität zwischen Kaiser und Patriarchen. Aus einer armen Märtyrerkirche wird eine Staatskirche, in der es darum geht: „Wer ist der Mächtigere unter uns?“ Folgen: Schwächung der Christenheit – Erstarken des Islams. Die östlichen Patriarchate fallen unter islamische Herrschaft (Fall Konstantinopels 1453), Rom bleibt übrig.

    10. Erstarken des fränkischen Reiches – Päpste begeben sich unter den Schutz dieser Herrscher – Entfremdung zwischen der Ost- und der Westkirche führt 1054 zum endgültigen Bruch.

    11. Päpste kommen immer mehr unter den Einfluss des französischen Königs – die so genannte 70-jährige „Gefangenschaft der Päpste in Avignon“ im 13. Jhdt. Die Kirche geht einer Zerreißprobe entgegen – das abendländische Schisma mit zwei, zuletzt drei Päpsten zu gleicher Zeit, wo jeder seine Anhängerschaft hatte und die Gegner verbannte, verfluchte und exkommunizierte. Was hatte und hat das für geistliche Auswirkungen auf Europa?

    12. Es kommt zu Reformbewegungen innerhalb und außerhalb der Kirche. Diejenigen außerhalb werden gnadenlos verfolgt: Kartharer, Waldenser, Hussiten, Hugenotten, Täufer… Aufruf zu Kreuzzügen: dabei geht es nicht nur um die Türken, sondern allgemein gegen die Ketzer. Judenverfolgungen gehen damit einher.

    13. Erstarken des Papsttums nach dem Schisma, aber die Reform an Haupt und Gliedern, die das Konzil von Konstanz (1414-18) gefordert hat, bleibt aus (siehe zu Punkt 11-15 die Ausarbeitung „Reform, Reformunwilligkeit und Korruption im 13.-15. Jahrhundert“ demnächst als pdf zum Download).

    14. Die Könige waren an treuen, friedfertigen Bürgern interessiert, mischten sich bei Konzilien ein, ernannten eigenmächtig Bischöfe. Die Bischöfe waren mehr Fürsten und vernachlässigten ihre hirtlichen Pflichten. Noch im 18. Jhdt. klagte der Priester und Theologe Rosmini dieses System an und schrieb das Buch „Die fünf Wunden der heiligen Kirche.“ Es kam auf den Index. Rosmini wurde kürzlich selig gesprochen!

    15. Der niedere Klerus war sehr schlecht ausgebildet und verarmt. Beim Volk hatte er wenig Ansehen und so suchte er sich auch durch Reichtum und Macht Würde zu verschaffen. Wort Gottes, Eucharistie, Sakramente – alles wurde vermarktet. Fürbitte für Tote, Ablässe – alles hatte seinen Preis.

    16. Das gab Luther und anderen Reformatoren Zündstoff. (Die Aufarbeitung dieses Stoffes ist noch ausständig.)

    17. Geistausgießung im 20.Jhdt. als ökumenische Gnade, um den Leib Christi wieder zur Einheit zurückzuführen (siehe extra Ausarbeitung “Geschichte der Geistausgießung” als pdf-Datei zum Download).

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